Die Möbelhauskette IKEA erweitert ihr Serviceangebot um ein ungewöhnliches Modell: In ausgewählten Einrichtungshäusern können Kundinnen und Kunden künftig Patenschaften für ausgestellte Möbelstücke übernehmen. Das Konzept zielt darauf ab, die emotionale Bindung zur Marke zu stärken und den Aufenthalt in den Ausstellungen neu zu inszenieren.
Im Zentrum des Angebots steht eine einfache Idee: Besucher wählen ein Möbelstück aus der Ausstellung aus und übernehmen dafür eine Patenschaft. Das jeweilige Möbel wird anschließend mit einer kleinen Plakette versehen, auf der der Name des Paten vermerkt ist. Damit erhält das Objekt eine individuelle Zuordnung, bleibt jedoch weiterhin regulärer Bestandteil der Ausstellung und kann jederzeit von anderen Kunden betrachtet oder gekauft werden.
Das Unternehmen bietet zwei Varianten dieser Patenschaft an. Das Basismodell kostet 4,99 Euro pro Monat. In diesem Fall beschränkt sich die Leistung auf die Kennzeichnung des Möbelstücks mit dem Namen des Paten. Diese Form richtet sich vor allem an Kunden, die regelmäßig durch die Ausstellung gehen und „ihr“ Möbelstück wiedererkennen möchten.
Darüber hinaus gibt es ein Premium-Modell für 39,99 Euro monatlich. Dieses beinhaltet neben der Namensplakette einen monatlichen Zugang außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Paten erhalten die Möglichkeit, einmal im Monat für eine Stunde allein in der Ausstellung zu sein und Zeit mit dem ausgewählten Möbelstück zu verbringen. Die Nutzung ist auf diesen Zeitraum begrenzt und erfolgt unter Aufsicht des Personals.
Offiziell begründet IKEA das neue Angebot mit dem Wunsch, Möbel stärker als Teil des persönlichen Lebensumfelds zu positionieren. Durch die Patenschaft solle eine neue Form der Beziehung zwischen Mensch und Produkt entstehen, die über den klassischen Kauf hinausgeht. Gleichzeitig eröffnet das Modell eine zusätzliche Einnahmequelle, ohne dass sich am eigentlichen Warenbestand etwas ändert.
Branchenbeobachter sehen in dem Konzept eine weitere Ausdifferenzierung des Einkaufserlebnisses im stationären Handel. Während der praktische Nutzen für Kunden begrenzt erscheint, könnte der emotionale Mehrwert – etwa durch Personalisierung und exklusive Zugänge – für bestimmte Zielgruppen durchaus attraktiv sein.

