Neu eröffneter Mega-Supermarkt wartet auf Kundschaft

Es wirkt wie ein Kuriosum. Die neue Filiale von Lauf & Kauf, die vor drei Wochen in Zwischen an der A13 eröffnet hat, wartet noch immer auf ihre ersten Kunden.

Auf rund 20.000 Quadratmetern erstreckt sich ein Verkaufssortiment, das seinesgleichen sucht. Rund 80.000 Artikel stehen bereit – vom kleinen Schokoriegel für zwischendurch bis zur Waschmaschine mit 20 Programmen, einschließlich Kochwäsche bei 120 Grad. Dennoch bleiben die endlos langen und breiten Gänge bis heute unberührt.

Unsere Chef-Reporterin Betti Sorglos hat sich auf den Weg gemacht, um gemeinsam mit Marktleiter Tobias Kaufmann herauszufinden, warum dieser riesige Supermarkt offenbar von allen übersehen wird.

Kaufmann hat eine erste Theorie: „Wie Sie sicher bemerkt haben, ist die Außenfassade unseres Marktes in einem ansprechenden Grün gestaltet worden. Wir wollten damit Nachhaltigkeit symbolisieren. Da sich jedoch direkt hinter dem Gebäude ein Waldstück befindet, wirkt dieser Anstrich eher wie eine Tarnung. Es ist also nicht auszuschließen, dass die Kunden uns schlicht übersehen.“

Dann gebe es noch einen weiteren möglichen Faktor. „Sie haben vielleicht auch festgestellt, dass direkt an unserer Einfahrt ein McDonald’s liegt. Wir haben beobachtet, dass Fahrzeuge, die offenbar zu uns wollten, spontan abbiegen, um sich einen leckeren Whopper zu genehmigen.“

Betti Sorglos hakt nach: „Whopper? Bei McDonald’s gibt es doch höchstens den Big Mac. Handelt es sich vielleicht um eine Burger-King-Filiale?“

„Nein“, stellt Kaufmann klar. „Es ist definitiv ein McDonald’s. Diese Filiale hat den Whopper zusätzlich ins Sortiment genommen. Deswegen läuft das Schnellrestaurant hier auch so hervorragend.“

Falsche Farbgebung oder ein besonders attraktiver Fast-Food-Nachbar – können das wirklich die Gründe dafür sein, dass bislang kein einziger Kunde die riesige Lauf-&-Kauf-Filiale betreten hat?

Nach kurzem Zögern räumt Kaufmann schließlich ein, dass es möglicherweise noch einen dritten Faktor geben könnte.

„Die Schranke, die den Zugang zu unserer Einfahrt sichert, funktioniert nicht“, erklärt er. „Sie lässt sich nicht öffnen.“ Kaufmann weiter: „Man arbeite allerdings bereits an einer Lösung. Ein Techniker sei bestellt worden, sobald dieser seinen Urlaub beendet habe.“

Betti klopft dem verwzeifelten Markleiter freundschaftlich auf die Schulter und meint schließlich tröstend: „Vielleicht liegt es wirklich nur an dieser Schranke …“