In einer gut besuchten Kneipe, dessen Name wir hier aus rechtlichen Gründen nicht nennen dürfen, kam es am vergangenen Wochenende zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall, der inzwischen für Gesprächsstoff sorgt. Die 20-jährige Britta Bauchreich wurde vom Betreiber des Lokals, Dirk Dröhner gebeten, die Räumlichkeiten zu verlassen – nicht wegen ihres Verhaltens, sondern aufgrund eines Missverständnisses, das sich im Verlauf des Abends entwickelte. Dröhner war offenbar davon überzeugt, es mit einer schwangeren Besucherin zu tun zu haben.
Wie er später vor Pressevertetern erläuterte, habe er aus Fürsorge gehandelt. „Wir schenken hier zwar ganz viel Alkohol aus, aber wenn jemand offensichtlich schwanger ist, können wir das nicht einfach ignorieren. da unterscheiden wir auch nicht zwischen Mann, Frau oder Divers!“.
Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, aber im Zweifel habe er „zum Schutz des ungeborenen Lebens“ handeln wollen. Hinweise oder Rückfragen an die betroffene Frau habe es demnach nicht gegeben – die Einschätzung erfolgte ausschließlich visuell.

Britta Bauchfrei (hier mit unserer Chefreporterin Betti Brotlos) ist bekennende Alkohol-Liebhaberin, und die Spirituosen-Abteilung des heimischen Supermarktes ist ihr zweites Zuhause…
Britta Bauchreich selbst reagierte auf den Vorfall mit einer Mischung aus Verwunderung und demonstrativer Gelassenheit. „Ich bin weder schwanger noch war ich auf dem Weg dahin – ich trinke einfach gern Bier“, erklärte sie nüchtern. Sie bezeichnet sich selbst als leidenschaftliche Biertrinkerin und machte keinen Hehl daraus, dass sie auf ihren „stattlichen Bierbauch“ durchaus stolz sei. Dieser sei über Jahre hinweg „mit Disziplin und Konsequenz“ entstanden und keineswegs ein Zufallsprodukt.
Der Vorfall wirft Fragen auf, die über den Einzelfall hinausgehen. Wie weit darf – oder muss – gastronomische Verantwortung reichen? Und ab welchem Punkt kippt gut gemeinte Vorsicht in unbegründete Annahmen? Beobachter sprechen von einer „interessanten Grenzziehung zwischen moralischem Anspruch und optischer Fehlinterpretation“, die in diesem Fall besonders deutlich zutage trat.
Während der Wirt an seiner Entscheidung festhält und betont, im Zweifel „lieber einmal zu viel als zu wenig einzugreifen“, zeigt sich Britta Bauchreich unbeeindruckt. Sie lasse sich von solchen Vorfällen nicht aus der Ruhe bringen und sehe vielmehr noch Potenzial nach oben – ihr persönliches Idealgewicht habe sie nach eigener Einschätzung noch nicht erreicht, rund 20 Kilo „seien da durchaus noch drin“.

