Eisbaden für den guten Zweck: Carmen, Betti und Pet gehen ins Wasser

Es ist kurz nach sieben Uhr morgens, der See dampft leicht, die Luft ist schneidend. Während andere noch nach dem Snooze-Button ihres Radioweckers tasten, stehen die drei Redaktionsmitarbeiter der Vogel Post, Carmen, Betti und Pet bereits am Ufer. Jacken aus, Schuhe aus, letzte Blicke, dann geht es hinein ins Wasser. Still. Konsequent. Sehr kalt.

Chefredakteurin Carmen erklärt den Hintergrund mit ernstem Blick und leicht zitternder Stimme:
„Es mag nach einer Mischung aus Mutprobe und Wochenendtrend aussehen, aber wir machen das nicht zum Spaß. Wir wollen damit ein Zeichen setzen – gegen Klima-Ungerechtigkeit und gegen die schleichende Shrinkflation lilafarbener Schokoladentafeln. Wer bei diesen Temperaturen das Wasser betritt, friert. Wer heimlich Schokoladentafeln kleiner macht, sollte auch kalte Füße bekommen!“

Chef-Reporterin Betti ordnet das Ganze deutlich geopolitischer ein. Für sie ist das Winterbaden ein stiller, aber unmissverständlicher Kommentar zur Weltlage. „Das hier ist mein persönlicher Protest“, sagt sie, während sie bis zu den Knien im Wasser steht und keinen Schritt weitergehen will. „Gegen den amerikanischen Präsidenten, gegen Machtgehabe, gegen Ignoranz – und natürlich gegen Wladimir Putins Angriffskrieg!“.

Redakteur Pet sieht das erwartungsgemäß nüchterner. „Also ehrlich gesagt: Für mich ist das einfach Eisbaden“, sagt er und ist als Erster komplett im Wasser. „Gut für die Durchblutung, gut fürs Immunsystem, gut für den Kopf. Wenn ich dadurch auch noch erreichen kann, dass die Schokoladentafeln wieder größer werden – umso besser…“

Nach wenigen Minuten ist alles vorbei. Die drei kommen zurück an Land, rot, dampfend, leicht euphorisch und ideologisch unterschiedlich aufgeladen. Handtücher werden um Schultern gelegt, Thermoskannen mit heissem Glühwein geöffnet und Standpunkte bestätigt.

Der See liegt wieder ruhig da…